LED-Röhre direkt an 230 V anschließen: Anforderungen der IEC EN 62776

Dieser Artikel erklärt, unter welchen Voraussetzungen LED-Röhren direkt an Netzspannung (230 V) betrieben werden dürfen und welche technischen sowie normativen Anforderungen dabei gelten. Die Norm IEC EN 62776 bildet die Grundlage für den sicheren und standardisierten Austausch (LED-Retrofit) von T5/T8-Leuchtstoffröhren in bestehenden Leuchten (G5/G13).

Veröffentlicht 04.12.2025

Überblick - die wichtigsten Vorteile bei LED-Retrofit nach IEC EN 62776 direkt an 230 V

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IEC EN 62776
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Was bedeutet Retrofit und LED-Retrofit?

Der Begriff Retrofit bezeichnet die Modernisierung bestehender technischer Systeme durch den gezielten Austausch einzelner Komponenten. In der Beleuchtung bedeutet LED-Retrofit, moderne LED-Technik in vorhandene Leuchten und Armaturen zu integrieren und die veraltete Technologie stillzulegen bzw. zu entfernen:

  • Austausch von Leuchtstofflampen durch LED-Lampen (Tausch LED-Leuchtmittel).
  • Überprüfung, Überarbeitung und Erhalt der vorhandenen Leuchte.
  • standardisierte, normgerechte Umrüstung ohne vollständigen Systemwechsel.

👉 Typischer Anwendungsfall ist der 1:1-Ersatz von T5- oder T8-Leuchtstoffröhren durch genormte LED-Retrofit-Röhren gemäß IEC EN 62776*.

Was regelt die EN 62776*?

Die IEC EN 62776 legt die sicherheitstechnischen Anforderungen für doppelseitig gesockelte LED-Lampen fest, die als Ersatz für Leuchtstofflampen verwendet werden.  Dies sind:

  • elektrische Sicherheit und Schutzkonzepte.
  • Austauschbarkeit innerhalb bestehender Fassungen.
  • zulässige Betriebsbedingungen (produktspezifisch).
  • Prüfverfahren unter realen Einsatzbedingungen.

 

👉 Die EN 62776* ist eine harmonisierte, europäische Norm und dient als Grundlage für die CE-Konformität von Umrüstungen mit LED-Retrofit-Röhren in der EU. Die Norm schafft eine verbindliche Grundlage, bestehende Leuchten und Armaturen weiter zu nutzen und gleichzeitig auf ein effizientes, wartungsarmes und zukunftssicheres LED-Beleuchtungssystem umzusteigen.

Umrüstung je nach Vorschaltgerät - welche LED-Retrofit-Verfahren gibt es?

Bei Leuchtstoffröhren haben sich unterschiedliche Systeme etabliert, die sich durch das eingesetzte Vorschaltgerät unterscheiden. Dieses ist für LED-Röhren zwar technisch nicht mehr erforderlich, bleibt aber ein entscheidender Faktor bei der Umrüstung. Folgende Systeme sind relevant:

  • Konventionelles Vorschaltgerät (KVG)
  • Verlustarmes Vorschaltgerät (VVG)
  • Elektronisches Vorschaltgerät (EVG)
Monteur entfernt Starter aus einer KVG-Leuchte zur Umrüstung auf eine LED-Röhre mit Direktanschluss an 230 V.

KVG/VVG: Retrofit ohne Umbau der Leuchte

Bei konventionellen (KVG) oder verlustarmen (VVG) Vorschaltgeräten erfolgt der Austausch ohne Eingriff in die Leuchte:

  • Starter wird durch Dummy ersetzt.
  • Vorschaltgerät wird dadurch überbrückt.
  • LED-Lampe/-Leuchtröhre wird eingesetzt.
  • Betrieb erfolgt direkt an 230 V.

👉 Keine bauliche Veränderung der Leuchte. CE-Kennzeichnung bleibt erhalten.

EVG: Konversion durch Stilllegung des Vorschaltgeräts

Bei Leuchten mit EVG ist eine Anpassung notwendig. Das Vorschaltgerät in der Leuchte wird nach EN-Norm konvertiert und durch eine Elektrofachkraft stillgelegt.

  • EVG wird durch Elektrofachkraft stillgelegt.
  • Umverdrahtung der Leuchte.
  • Neues Hinweisetikett und Typenschild anbringen.
  • LED-Lampe/-Leuchtröhre einsetzen.
  • Betrieb erfolgt direkt an 230 V.

👉 Technische Veränderung der Leuchte (Konversion). CE-Kennzeichnung und EU-Konformität wird dokumentiert durch den Hersteller des Konversions-Kit und ein neues Typenschild angebracht.

Elektrofachkraft ein EVG zur Umrüstung auf eine LED-Röhre mit Direktanschluss an 230 V.

Warum führen Retrofit und Konversion zum Direktanschluss? 

Der Direktanschluss beschreibt die Betriebsart: Die LED-Röhre wird ohne Vorschaltgerät direkt an 230 V betrieben. Dieser Zustand kann sowohl durch ein LED-Retrofit als auch durch eine Konversion entstehen.

Beim Retrofit bleibt die bestehende Leuchte unverändert (z. B. KVG/VVG mit Dummy-Starter). Bei der Konversion wird die Leuchte elektrisch angepasst, etwa durch Stilllegung eines EVG durch eine Elektrofachkraft. In beiden Fällen erfolgt der anschließende Betrieb der LED-Röhre im Direktanschluss.

Unterschied zwischen Retrofit & Konversion

  • LED-Retrofit: Austausch ohne Eingriff in die Leuchte (KVG/VVG mit Dummy-Starter)
  • LED-Konversion: Umbau der Leuchte durch Anpassung der Elektrik (z. B. EVG-Stilllegung durch Elektrofachkraft)

 

👉 Entscheidend für die Praxis: Der Direktanschluss ist eine Betriebsart. Maßgeblich sind Ausführung, Sicherheit und fachgerechte Umsetzung.

Warum müssen Vorschaltgeräte bei LED-Retrofit stillgelegt werden?

Vorschaltgeräte sind für den Betrieb von Leuchtstofflampen erforderlich – für LED-Röhren jedoch technisch überflüssig. Bei LED-Systemen führen sie zu:

  • Zusätzlichem Energieverlust.
  • Störungen und Fehlfunktionen (u.a. Flimmern, Flackern)
  • Erhöhter Ausfallwahrscheinlichkeit (externes Vorschaltgerät = zusätzliche elektronische Komponente).

 

👉 Bei einer normgerechten Umrüstung werden Vorschaltgeräte daher überbrückt oder entfernt. Die LED-Röhre übernimmt die elektrische Steuerung über ihren integrierten Treiber.

Welche Vorteile bieten LED-Röhren im Direktanschluss?

Der Betrieb ohne Vorschaltgerät reduziert Komplexität und Fehlerquellen und erhöht die Effizienz des Beleuchtungssystems:

Grafik mit Darstellung über die korrekte Umverdrahtung eines EVG (elektronischen Vprschaltgeräts) zu einer LED-Röhre mit Direktanschluss 230 V
  • weniger Komponenten → höhere Betriebssicherheit.
  • keine Effizienz-Verluste durch Vorschaltgeräte.
  • stabiles, flimmerfreies Licht.
  • vereinfachter Leuchtmittelwechsel ohne Fachpersonal.
  • standardisierter Betrieb nach EN 62776* und Erhalt der CE-Konformität*.

 

👉 Voraussetzung ist immer eine fachgerechte und normkonforme Umrüstung.

Wer trägt die Verantwortung bei der Umrüstung mit LED-Retrofit?

Die Verantwortung bei der Umrüstung hängt davon ab, ob ein LED-Retrofit ohne Eingriff in die Leuchte erfolgt oder eine Konversion mit elektrischer Änderung durchgeführt wird.

Beim LED-Retrofit (KVG/VVG mit Dummy-Starter) bleibt die Leuchte technisch unverändert. Es erfolgt ausschließlich der Austausch des Leuchtmittels gegen ein geeignetes, normkonformes LED-Leuchtmittel.

Bei einer KonvertierungKonvertierung wird das  elektronische Vorschaltgerät (EVG) entsprechend den Vorgaben des Herstellers durch eine Elektro-Fachkraft mit Hilfe eines Konvertierungs-Kit außer Betrieb genommen oder entfernt.  Die Konvertierung darf ausschließlich nach der Montageanleitung des Herstellers des Konvertierungs-Kits erfolgen.

Durch diese Änderung entsteht eine technisch neue LED-Leuchte. Der Hersteller des Konvertierungs-Kits übernimmt die Verantwortung für die konvertierte Leuchte und gilt hinsichtlich des Umbaus als Hersteller im Sinne der europäischen Harmonisierungsrechtsvorschriften. Voraussetzung ist, dass die ursprüngliche Leuchte bereits den geltenden europäischen Anforderungen entsprach und mit einer CE-Kennzeichnung versehen war.

 

Was bedeutet das für die CE-Konformität*?

Die CE-Kennzeichnung einer Leuchte gilt ausschließlich für ihren ursprünglichen Zustand.

Beim LED-Retrofit bleibt diese bestehen, da kein Eingriff in die Leuchte erfolgt – vorausgesetzt, das eingesetzte LED-Leuchtmittel ist für die Anwendung vorgesehen und normkonform.

Bei einer Konversion entfällt diese Grundlage: Die geänderte Leuchte muss neu bewertet, dokumentiert und gekennzeichnet werden. Dazu zählen insbesondere die elektrische Sicherheit, die technische Dokumentation und ein neues Typenschild.

 

👉 Die Norm EN 62776* schafft hierfür die Grundlage, indem sie:

  • Sichere Austauschbedingungen definiert.
  • Anforderungen an LED-Retrofit-Lampen festlegt.
  • Den normgerechten Betrieb im Direktanschluss ermöglicht.

 

Welche Pflichten haben Betreiber und ausführende Fachkräfte?

Bei einer Umrüstung sind klare Anforderungen einzuhalten:

✅ Fachgerechte Ausführung:

  • Umverdrahtung bei EVG nur durch qualifiziertes Fachpersonal.
  • Einhaltung der Vorgaben aus EN 62776*.

✅ Dokumentation und Kennzeichnung:

  • Eindeutige Kennzeichnung der umgerüsteten Leuchte (z. B. neues Typenschild, neue EU-Konformitätserklärung bei EVG).
  • Zuordnung der eingesetzten Komponenten.

✅ Sicherheitsprüfung:

  • Prüfung nach Umbau (z. B. DGUV Vorschrift 3)*.
  • Dokumentation der Prüfergebnisse.

Welche Voraussetzungen müssen LED-Leuchtmittel für den Betrieb an 230 V erfüllen?

Nicht jede LED-Röhre ist für den Direktanschluss an 230 V geeignet – entscheidend sind Bauart, Kennzeichnung und elektrische Auslegung für LED-Retrofit nach IEC EN 62776*. Die GLT LED TUBEGLT LED TUBE wurde speziell für diesen Einsatz entwickelt und ENEC*-zertifiziert nach EN 62776:

  • geprüfter Temperaturbereich –40 °C bis +70 °C
  • Lebensdauer bis 130.000 Stunden
  • integrierter Treiber und Überspannungsschutz
  • AC/DC-tauglich: 185 V - 265 V
  • Nachweis der NachhaltigkeitNachhaltigkeit durch EPDEPD* nach ISO 14025 (ESG*- und CO₂-Nachweis)
  • GLT-Mehrwegsystem und 90 % Recyclingfähigkeit

 

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