LED-Retrofit richtig umsetzen

Für ein normgerechtes LED-Retrofit müssen Vorschaltgeräte (EVG/KVG) überbrückt werden, so dass die LED-Röhre direkt an 230 V betrieben wird. Nur so entsteht ein stabiles, effizientes und normkonformes System. Der integrierte Treiber übernimmt die komplette Stromregelung, reduziert Fehlerquellen, verhindert Flackern und senkt Energie- sowie Wartungskosten. Maßgeblich ist die EN 62776.

Veröffentlicht 01.12.2025

Das Wichtigste im Überblick

  • EVG/KVG sind systemfremde Bauteile im Betrieb von LED-Röhren
  • LED Retrofit ohne Vorschaltgerät = höhere Sicherheit + geringere Ausfallquote
  • Normgerechte Umrüstung erfolgt nach EN 62776
  • LED-Röhren mit integriertem Treiber ermöglichen direkten 230V-Betrieb
  • Wartung, Energieverbrauch und Systemkomplexität werden signifikant reduziert

Was bedeutet Retrofit und LED-Retrofit?

Der Begriff Retrofit bezeichnet die Modernisierung bestehender technischer Systeme durch den gezielten Austausch einzelner Komponenten. In der Beleuchtung bedeutet LED-Retrofit, moderne LED-Technik in vorhandene Leuchten und Armaturen zu integrieren und die veraltete Technologie stillzulegen bzw. zu entfernen:

  • Austausch von Leuchtstofflampen durch LED-Lampen (Tausch LED-Leuchtmittel).
  • Überprüfung, Überarbeitung und Erhalt der vorhandenen Leuchte.
  • standardisierte, normgerechte Umrüstung ohne vollständigen Systemwechsel.

👉 Typischer Anwendungsfall ist der 1:1-Ersatz von T5- oder T8-Leuchtstoffröhren durch genormte LED-Retrofit-Röhren gemäß IEC EN 62776 (Glossar).

 

Alles über LED-Retrofit - FaktencheckAlles über LED-Retrofit - Faktencheck

Warum werden Vorschaltgeräte bei LED-Retrofit stillgelegt?

Beim Betrieb von Leuchtstoffröhren haben sich unterschiedliche Systeme etabliert, die sich durch das eingesetzte Vorschaltgerät unterscheiden. Dazu zählen das konventionelle Vorschaltgerät (KVG), das verlustarme Vorschaltgerät (VVG) sowie das elektronische Vorschaltgerät (EVG).

Diese Komponenten waren notwendig, weil Leuchtstoffröhren nicht direkt an 230 V betrieben werden konnten. Vorschaltgeräte übernahmen die Zündung der Lampe, begrenzten den Strom und stabilisierten den Betrieb.

Bei modernen LED-Röhren ist diese externe Technik nicht mehr erforderlich. Hochwertige LED-Röhren nach EN 62776 verfügen über einen integrierten Treiber, der die Stromregelung intern übernimmt. Dadurch kann die LED-Röhre direkt an 230 V betrieben werden.

 

Mit dem Wechsel von Leuchtstoffröhre auf LED entfällt die technische Funktion externer Vorschaltgeräte. Bleiben EVG, VVG oder KVG dennoch im System, entstehen klare Nachteile:

  • Zusätzlicher Energieverbrauch durch unnötige Komponenten.
  • Störungen und Fehlfunktionen wie Flimmern oder Flackern.
  • Höhere Ausfallwahrscheinlichkeit durch zusätzliche Elektronik.

 

👉 Bei einer normgerechten LED-Umrüstung werden vorhandene Vorschaltgeräte fachgerecht stillgelegt oder elektrisch überbrückt. Die LED-Röhre übernimmt die elektrische Steuerung über ihren integrierten Treiber.

 

Vorschaltgerät normgerecht stillegenVorschaltgerät normgerecht stillegen

Welche Vorteile bieten LED-Röhren im Direktanschluss?

Der Direktanschluss von LED-Röhren an 230 V ist der technisch saubere und langfristig wirtschaftliche Ansatz im professionellen Retrofit. Durch den Wegfall externer Vorschaltgeräte reduziert sich die Anzahl der Systemkomponenten deutlich, was die Betriebssicherheit erhöht und gleichzeitig Fehlerquellen minimiert.

Da keine zusätzlichen Verluste durch Vorschaltgeräte entstehen, arbeitet das System deutlich effizienter. Gleichzeitig sorgt der integrierte Treiber für ein stabiles und flimmerfreies Licht, das unabhängig von alter Leuchtentechnik zuverlässig funktioniert.

Ein weiterer Vorteil liegt in der Wartung: LED-Röhren im Direktanschluss können bei Bedarf unkompliziert ausgetauscht werden, ohne dass Eingriffe in die Leuchtenelektrik erforderlich sind.

Darüber hinaus ermöglicht der standardisierte Betrieb nach EN 62776 eine klare technische Grundlage. Bei fachgerechter Umrüstung bleibt auch die CE-Konformität der Anlage erhalten, was insbesondere für Betreiber und gewerbliche Anwendungen entscheidend ist.

👉 Voraussetzung für diese Vorteile ist eine fachgerechte und normkonforme Umrüstung. Nur wenn die elektrische Anpassung korrekt durchgeführt wird, lassen sich Sicherheit, Effizienz und Lebensdauer der LED-Lösung vollständig ausschöpfen.

Was regelt die IEC EN 62776?

Die IEC EN 62776 definiert die sicherheitstechnischen Anforderungen für LED-Röhren, die ohne Vorschaltgerät direkt an Netzspannung betrieben werden (Direktanschluss). Die Norm legt fest:

  • elektrische Sicherheit und Schutzkonzepte.
  • Austauschbarkeit innerhalb bestehender Fassungen.
  • zulässige Betriebsbedingungen (produktspezifisch).
  • Prüfverfahren unter realen Einsatzbedingungen.

Vorteile einer LED-Röhre mit integriertem Treiber am Beispiel der GLT LED TUBE

Nicht jede LED-Röhre ist für den Direktanschluss an 230 V geeignet. Entscheidend sind Bauart, Kennzeichnung und elektrische Auslegung für LED-Retrofit nach IEC EN 62776. 

Die GLT LED TUBE wurde speziell für diesen Einsatz entwickelt und zertifiziert:

  • geprüfter Temperaturbereich –40 °C bis +70 °C
  • Lebensdauer bis 130.000 Stunden
  • integrierter Treiber und Überspannungsschutz
  • AC/DC-tauglich: 185 V - 265 V
  • Nachweis der NachhaltigkeitNachhaltigkeit durch EPDEPD* nach ISO 14025 (ESG*- und CO₂-Nachweis)
  • GLT-Mehrwegsystem und 90 % Recyclingfähigkeit

 

Zur GLT LED TUBE-ProduktserieZur GLT LED TUBE-Produktserie

Drei Modelle GLT LED TUBE mit T8 Sockel in den Abdeckung Milky, Clear, Diffuse sowie EPD-Logo

GLT LED TUBE 150  vs  Mitbewerber

 

GLT LED TUBE

Mitbewerber

Energieverbrauch (Watt) 16,8 W 24 - 45 W
CO₂‑Einsparung ca. 75% ca. 35 - 50%
Temperaturbereich ‑40° bis +70 °C ‑30° bis +45 °C
Lebensdauer 130.000 h 30.000 - 50.000 h
Herstellung / Qualität Deutschland China / Korea
Bruchsicherheit IK 10 Nein
Miete / Leasing Ja Nein
Recycling‑Anteil bis zu 90 % Nein
Reparatur Ja Nein

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